Der Commodore Amiga – kann man diesen Homecomputer heute noch kaufen? Teil 1

by Carlos
3 Minuten
Der Commodore Amiga – kann man diesen Homecomputer heute noch kaufen? Teil 1

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Der Amiga von Commodore war ein Heimcomputer der 80er und frühen 90er Jahre. Er war damals den meisten anderen Computern weit voraus. Und das zu einem unschlagbaren Preis. Die Überlegenheit gegenüber dem PC war so groß, dass sogar Prognosen angestellt wurden, dass der Amiga den PC ablösen würden und auf lange Sicht Amigas statt PCs in Büros stehen würden.

Einige Punkte führten leider dazu, dass es nicht so kam. Nicht zuletzt die Insolvenz Commodores machten den Traum zunichte.

Aber wie sieht es heute aus? Kann man noch Amigas kaufen?

Da ich mich selbst in die Szene eingearbeitet habe und mittlerweile selbst zwei Amigas besitze (Amiga 500 und 1200) möchte ich hier ein wenig berichten.

Die Szene ist klein, aber durchaus lebendig. Sogar Hardwarehersteller stellen heute diverse Zusatzkarten her, die den Amiga verbessern.

Hardware

Leider sind die Zusatzkarten der verschiedenen Amigamodelle nicht kompatibel zueinander, was es für Hersteller unrentabler macht, diese zu produzieren. Aber es gibt sie noch. Vor allem Turbokarten und Speichererweiterungen sind gefragt. Aus heutiger Sicht nicht mehr vorstellbar, aber früher war der Speicher permanent zu knapp und der Computer zu langsam. Nur zum Vergleich: Ein Amiga 1200 (ein Modell der letzten Generation in den 90ern) ist etwa um den Faktor 100.000  langsamer als ein heutiges Smartphone. Das war nicht schlimm, da die Software sauberer programmiert und optimiert war.

Auch was den Speicher angeht, kann man heute nur davon träumen. Das oben erwähnte Modell hatte 2 MB Arbeitsspeicher. Ein heutiger PC hat 8 GB, Spiele PCs sogar 16 GB oder mehr. Das sind dann 8.000 MB.

Heutige Turbokarten beschleunigen den Amiga um den Faktor 10 bis 100. Das ist im Vergleich immer noch langsam, lässt aber viele Anwendungen sehr schnell ablaufen. Auch Videos und Musik im mp3 Format sind so möglich.

Aber vor allem die Möglichkeit, statt auf Diskette auf Speicherkarten Daten abzulegen, ist der größte Fortschritt, der trotzdem ein Retrofeeling bleiben lässt, unnötige Ladezeiten aber minimiert. Diese Speicherkarten können in der Art einer Festplatte genutzt werden. Durch Adapter sind diese Speicherkarten auch an alten Amigas der ersten Generation einsetzbar.

Die Preise sind natürlich höher, in Relation zu heutigen Computern. Durch effiziente Produktion, teilweise weltweit und weil viele es aus Enthusiasmus produzieren, sind sie aber nicht höher, als bei vielen anderen Hobbies, für das die Deutschen Geld ausgeben.

Es sind schon spannenden Momente, wenn man mit seinem Amiga ins Internet geht und Seiten aufruft, die fast 30 Jahre nach der letzten Produktion eines Amigas ans Netz gingen.

Eine extrem interessante Geschichte sind FPGAs. Dabei handelt es sich um Computer, bei denen die Logik nicht in Silizium gegossen ist, sondern durch Programmierung modifiziert werden kann. So können Nachfolger der Amiga Prozessoren entwickelt werden, die nie vom Band liefen. Die Kosten für so ein FPGA halten sich in Grenzen. Ein Komplettsystem (Ohne Monitor und Peripherie) kostet etwa 300,- EURO. Damit lassen sich dann viele 16 Bit und auch 8 Bit Maschinen nachbilden. Der Platzverbrauch ist gering und es lassen sich auch Controller und Joysticks aus der Zeit der Homecomputer anschließen.

Dies war der erste Teil über den Amiga. Im zweiten Teil gehe ich auf die Software ein.