Die Fälle an häuslicher Gewalt nehmen zu

by Carlos
3 Minuten
Die Fälle an häuslicher Gewalt nehmen zu

Anzeige - Die Corona-Pandemie führte dazu, dass Familien nun rund um die Uhr aufeinanderhockten. Immerhin wurde es von der Regierung empfohlen, dass das Haus so wenig wie möglich verlassen werden sollte. Genau dieses ständige Zusammensein führte aber in vielen Familien zu dem Zündstoff, der schon bald explodieren sollte. Überraschend sind die Nachrichten deshalb nicht, dass es vermehrt zu Fällen von häuslicher Gewalt gekommen ist. Das ist auf eine Umfrage der dpa zurückzuführen.

Fälle nehmen in Berlin und Hamburg zu

In zahlreichen deutschen Bundesländern nimmt die Zahl an Fällen der häuslichen Gewalt zu. So auch in Berlin, denn hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Anhand der Berliner Gewaltschutzambulanzdaten kann abgelesen werden, dass es im Juni einen Anstieg von rund 30 Prozent gab. Auch im Hamburg kam es vermehrt zu Polizeieinsätzen, welche sich mit häuslicher Gewalt beschäftigten. In den Monaten Januar bis Juni 2020 stieg die Zahl an Delikten der Beziehungsgewalt deutlich zum Vorjahr an, nämlich auf 2.252 Fälle. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 kam es im selben Zeitraum zu 1.812 Fällen. In Bremen sieht es hingegen anders aus, denn hier zeigt sich laut der Angaben des Justizressorts kein Anstieg im Bereich häusliche Gewalt. Dennoch verzeichnet Bremen in seinen Frauenhäusern seit Mitte Juni erhöhte Nachfragen. 

Teilweise ein Rückgang zu verzeichnen

Hinsichtlich der Statistik hat sich die dpa aber auch mit den bundesweiten Flächen beschäftigt, was zu einem uneinheitlichen Bild führte. So ist ein starker Anstieg der Beziehungsgewalt in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Im April war es besonders schlimm, denn nun war ein doppelter Wert zum Vorjahr zu erkennen. Zum Glück meldeten aber Nordrhein-Westfalen sowie Niedersachsen einen Rückgang hinsichtlich ihrer Zahlen. So gab das Justizministerium Niedersachsen an, dass sich die Fallzahlen von März bis Mitte Mai um 11,7 Prozent reduziert haben. 

Dunkelziffer ist viel höher

Das große Problem bei der kompletten Statistik ist, dass nur die Fallzahlen miteinfließen, die auch wirklich gemeldet wurden. Es wird davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Frauen und Männer, welche sich nicht trauen die Polizei zu rufen oder sich anderweitig Hilfe zu suchen. Zusätzlich trägt die Corona-Situation dazu bei, dass solche Fälle länger im Dunklen bleiben. Immerhin sind die Sozialkontrollen, wie durch die Schule, Freunde, Arbeit, Ärzte oder auch Betreuer, stark zurückgegangen. Grundsätzlich ist also davon auszugehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist, als die Statistik zeigt. Darüber hinaus wird es das gesicherte Gesamtbild Deutschlands zum Thema häusliche Gewalt erst Ende des Jahres geben, teilt das Bundesfamilienministerium mit.