Digitalisierung beim Brennen von Vodka - Bleibt dabei die Tradition auf der Strecke?

by Carlos
3 Minuten
Digitalisierung beim Brennen von Vodka - Bleibt dabei die Tradition auf der Strecke?

Anzeige - Schnapsbrennereien von Vodka gehören zu den traditionsreichen Unternehmen. Aber auch diese werden von der Digitalisierung erfasst. Vor kurzem las ich einen Artikel, der beschrieb, dass man sogar den Brennvorgang durch Computer unterstützen möchte. Dabei werden verschiedene Parameter während des Brennens ausgelesen und während des Betriebs verschiedene Punkte nachjustiert. Dies soll helfen, eine gleichbleibende Qualität über alle Chargen hinweg zu gewährleisten.

Ist das nun eine gute Entwicklung oder geht dabei der Charme des Schnapsbrennens verloren?

Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Vorgang zur Produktion einer Ware, wie etwa Vodka, keine Rolle spielen soll. Das Endergebnis ist wichtig, da vor allem die Qualität (sprich Geschmack) des Vodkas. Wenn das erreicht werden kann, durch den Einsatz von IT, dann ist das völlig in Ordnung.

Interessant wird eine gleichbleibende Qualität vor allem in Verbindung von Schnaps mit dem Geschmack von Zusätzen. Ein Beispiel ist der Vodka mit Cupacua Geschmack, den die Brennerei destilHERO anbietet. Es dauert eine Zeit, den optimalen Geschmack zu finden, in dem man verschiedene Kombinationen ausprobiert.

Auch hier kann die IT ideal unterstützen. Die Ergebnisse der Versuche müssen an einem Testpublikum ausprobiert werden. Das Feedback fließt ein und kann dann als Basis für neue Versuche dienen. Diese statistische Vorgehensweise ist besonders wichtig. Denn auch wenn der Chef des Unternehmens der Meinung ist, die ideale Kombination gefunden zu haben, heißt es nicht, dass er tatsächlich den Geschmack der Masse getroffen hat. Viele Unternehmen sind leider daran zugrunde gegangen, dass der Chef "genau wusste" was richtig ist. Die Kunden aber dummerweise eine andere Meinung hatten und das Produkt links liegen ließen.

Aber noch weitere Errungenschaften der Digitalisierung helfen, Brennereien von Vodka erfolgreich zu machen. Vor allem im Bereich des Marketings und des Vertriebs ist eine IT-Unterstützung nicht mehr wegzudenken. Durch Optimierungen in diesem Bereich lassen sich die Kosten signifikant reduzieren und  dadurch die Preise senken oder die Erträge erhöhen. Auch die Reichweite kann gesteigert werden. Waren vor der Digitalisierung und dem Internetzeitalter Spirituosen nur über umständliche Vertriebswege und viele Zwischenhändler verfügbar, so ist es heute möglich, Vodka auch im Direktvertrieb bis in die entlegensten Winkel der Erde verfügbar zu machen.

Ist nun eine Schnapsbrennerei, nur weil sie auf Digitalisierung setzt, weniger traditionell? Ich sage: Nein. Denn wie jeder Wirtschaftszweig muss sich auch die Herstellung von Vodka den Gegebenheiten anpassen und hat diese auch im Laufe der Jahrhunderte. Im Kern bleibt die Herstellung gleich, aber die Rahmenbedingungen wurden dabei stets optimiert. Das kommt am Ende vor allem dem Konsumenten zugute, da er bessere Qualität zu immer günstigeren Preisen erhält.